Sieh an, irgendwann habe ich diesen Blog eröffnet und dann nie benutzt.
Da mir gerade nach einem bloggenden Neuanfang ist, greife ich zu und lege los.
Ich bin Ü50 - noch ca 3,5 Jahre lang, dann bin ich einfach mal =60 - ein Gedanke, den ich eher absurd finde, aber ich verkneife mir jetzt alles rund um "Kinder, wie die Zeit vergeht".
Übrigens sehe ich für mein Alter auch nicht jung aus, aber damit habe ich keine Probleme. Es ist meine Gesundheit, die mich nervt und dazu bewegt, immer noch und immer wieder abnehmen zu wollen. Mein Aussehen ist dabei noch der geringste Grund. Hier geht es nicht um Fatshaming, sondern darum, dass mein Diabetes Typ2 zusammen mit meinem Blutdruck meine Lebensqualität mindert und beides hängt mit meinem Gewicht zusammen. Mein BMI liegt bei 41, mein Blutdruck gerne bei 180 und mein Blutzucker schwankt ungut und eher stressabhängig, als auf Mahlzeiten zu warten.
Ich versuche schon seit Jahren mehr oder weniger diszipliniert und daher auch mit mehr oder weniger Erfolg, diese gefühlte Titanic zu wenden.
Dabei setze ich auf moderate Bewegung (die berühmten 10.000 Schritte am Tag), gesunde Ernährung und mehr Schlaf.
Weniger Stress bekomme ich nicht hin, denn wenn ich ehrlich bin, liebe ich meinen Stress, bzw. meinen Job. Nachdem ich jahrzehntelang beruflich die Hausfrauenseite und andere Seiten gemacht habe (25 Jahre) wurde mein Ehrenamt zu meinem Beruf. Ich hatte ehrenamtlich Vormundschaften für geflüchtete Minderjährige geführt. Nun tue ich dies - auch für deutsche Kinder - beruflich. Und wirklich, ich kann mir keine bessere Arbeit vorstellen. Nur bin ich auf diese Art viel, aber völlig unregelmäßig unterwegs - im Auto - oder sitze viel am Schreibtisch.
Die Arbeit mit den Minderjährigen, den Jugendämtern und Jugendhilfeeinrichtungen ist erfüllend, spannend und teilweise eben Stress pur. Ich gehe in Behörden, Gerichten, bei Ärzten, Familien, gelegentlich der Polizei ..., ein und aus. Kein Tag ist wie der andere und oft klingelt das Handy und dann wird spontan noch schnell ein Termin auf die Beine gestellt.
Und wenn ich dann nach hause komme, schaffe ich es oft nur noch bis zum Sofa ... vorher noch zum Kühlschrank ... wenn ich es so einfach nach Hause schaffe. Oft genug muss ich für eine kleine "Augenpause" auch erst einmal irgendwo parken. Das dürfte der Diabetes sein ... der auch dafür sorgt, dass ich nachts nicht durchschlafe, sondern zu regelmäßigen "Badezimmerpausen" aufwache ...
Oft genug arbeite ich mich fest und stelle irgendwann entsetzt fest, dass ich schleunigst zu einem Termin aufbrechen muss. Dann fällt mir gerne zeitgleich ein, dass ich übrigens bis auf Kaffee noch nichts zu mir genommen habe und früher bin ich dann unterwegs unweigerlich bei irgendeiner Bäckerei fündig geworden. Leider gibt es in Bäckereien so gar nichts, was dem Blutzucker in die Tiefe helfen könnte. Eine oft vorgeschlagene Idee ist es, abends Mahlzeiten für den nächsten Tag vorzubereiten.
Das ist leider gar nichts für mich, da ich umgehend auch "voresse", wenn ich vorkoche, da abends irgendwas mein Hirn ausknipst und den Heißhunger aktiviert.
Kommt mir bitte nicht mit Disziplin. Ich bin diszipliniert, aber "fettsüchtig". Blöder Begriff, denn glaubt mir, meine Olivenölflasche verlockt mich abends gar nicht. Es sind die Kohlenhydrate und die dann gerne mit Fett kombiniert, denen ich mich hilflos ausgeliefert fühle.
Dazu kommt, dass ich mein Sättigungsgefühl irgendwann in meinen Vierzigern verloren habe und nur sehr selten mal wiedersehe. Ich kenne Völlegefühl. Dies stattet mir kurze Besuche ab, verschwindet aber umgehend wieder um dem Heißhunger wieder Platz zu machen.
Daran scheitern dann auch all meine "Intervallfasten-Versuche".
Soviel für heute.
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